Bericht Merkur zu 100 Jahre PSV FFB

Hundesport-Verein feiert 100-jähriges Bestehen

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Der Polizei- und Schutzhundeverein ist in seiner 100-jährigen Vereinsgeschichte mehrfach umgezogen. Während er nun auf einer Anlage bei Lindach zu Hause ist, nutzten die Mitglieder in den ersten Jahren einen Exerzierplatz in der Hasenheide für Training und Feiern

Der Polizei- und Schutzhundeverein ist in seiner 100-jährigen Vereinsgeschichte mehrfach umgezogen. Während er nun auf einer Anlage bei Lindach zu Hause ist, nutzten die Mitglieder in den ersten Jahren einen Exerzierplatz in der Hasenheide für Training und Feiern © Privat

Der Polizei- und Schutzhundeverein Fürstenfeldbruck (PSV) feiert 100 Jahre Hundesport in Bruck. Neun Hundeführer um Ludwig Karl haben den PSV im November 1922 aus der Taufe gehoben. Inzwischen umfasst er schon 290 und ist der viertgrößte Hundesportverein in Bayern.

Fürstenfeldbruck – Viele Stunden hat der Vorsitzende des PSV, Immo Looschen, an der 70-seitigen Festzeitschrift gearbeitet. Daraus geht hervor, dass die Geschichte des PSV eng mit der Hasenheide verbunden ist. „Den Fliegerhorst gab es damals noch nicht“, blickt Looschen zurück. Er berichtet von einem Exerzierplatz in der Hasenheide, wo die im Kloster untergebrachte bayerische Unteroffizierschule übte. Dort konnte der Hundeverein ungestört und weit außerhalb der Stadt trainieren und feiern. Nahe des Exerzierplatzes entstand auch die erste Vereinshütte.

Die Hasenheide

Erstmals zum Erliegen kam das Vereinsleben während der Nazi-Zeit von 1934 bis 1947. Da die Amerikaner im Fliegerhorst die Startbahn verlängerten und eine Barackensiedlung für Flüchtlinge errichtet wurde, mussten die Hundesportler ihr Übungsgelände nach Westen verlegen. Der neue Platz befand sich in etwa auf dem heutigen Gelände des Großen Wertstoffhofs. Doch schon bald musste der Verein etwas nach Osten ziehen. Er war dem Bau der neuen Staatsstraße nach Maisach im Weg. Auch das sollte nicht die letzte Heimat des Hundesportvereins bleiben. Der Pachtvertrag wurde über 1991 hinaus nicht verlängert, weil durch die Erschließung der Hasenheide die Immobilienpreise steil nach oben kletterten und das Gewerbegebiet entstand.

Durch öffentliche Veranstaltungen wie Faschingsbälle und Weihnachtsfeiern gestaltete der Verein das gesellschaftliche Leben in Bruck mit. Nahezu legendär waren in den 1950er- und 1960er-Jahren dabei die Hundevorführungen während des Volksfestes, die oft mehrere tausend Besucher anzogen. Zudem beteiligt sich der PSV regelmäßig am Kinder-Ferienprogramm der Kreisstadt.

Bis in die 80er-Jahre führten Polizisten den Verein als Vorsitzende an. Heute hat die Polizei kaum noch etwas mit dem Verein zu tun. „Seit Anfang der 90er-Jahre gibt es keinen organisierten Hundesport der Polizei mehr“, erklärt Looschen. Die Bundespolizei bildet ihre Hunde an eigenen Schulen aus.

Umzug nach Lindach

Ein neues Kapitel schlug der Verein 1992 mit dem Umzug ins heutige Domizil bei Lindach auf. Die Beharrlichkeit und der Arbeitseinsatz der Mitglieder sei nicht hoch genug einzuschätzen, so Immo Looschen. In dieser Zeit baute der Verein sein Vereinsheim, nachdem dem PSV auf dem Gelände bis dahin nur ein Bauwagen als Behausung diente. „Wir haben eine schöne Anlage, auf die wir sehr stolz sind“, sagt Looschen. Erst kürzlich hat die Stadt den Pachtvertrag um weitere 25 Jahre bis 2046 verlängert. „Ich hoffe, dass auch zukünftige Generationen die idealen Voraussetzungen nutzen und erfolgreich Hundesport und Ausbildung hier in Lindach weiter betreiben werden.“

Bereits dreimal (2005, 2017, 2021) richtete der Verein Bayerische Meisterschaften aus in den Disziplinen Agility (Beweglichkeit), Rally Obedience (Parcours mit 17 bis 23 Stationen) und Turnierhundesport. PSV-Mitglied Dörthe Tietgen-Pinther zählt zu den erfolgreichsten im Verein mit elf Deutschen und 25 Bayerischen Meistertiteln.

In den vergangenen zwölf Jahren stieg die Mitgliederzahl um 20 Prozent – der PSV ist inzwischen der viertgrößte Hundesportverein in Bayern. Der Zulauf ist weiter ungebrochen groß, berichtet Looschen, der seit 2014 dem Verein vorsteht. Das liege vielleicht auch daran, dass nicht nur wie einst der Deutsche Schäferhund, Dobermann oder Rottweiler vertreten sind, sondern sich auch Labrador, Golden Retriever und viele Mischlingshunde im Vereinen tummeln. Allein die Anlage verkraftet fast keine neuen Mitglieder mehr.

Spaßgruppen

Der Trend vom organisierten Hundesport zu Spaßgruppen ist auf dem Vormarsch. „Das Gros interessiert sich mehr für die zwanglose und abwechslungsreiche Beschäftigung mit dem Hund“, sagt Looschen, „weniger für ein strukturiertes Training mit dem Ziel, an Wettkämpfen teilzunehmen.“ Dennoch könnte der Verein, der aktuell 20 Ausbilder hat, für die Basisausbildung und den Wettkampfsport noch qualifizierte Trainer brauchen. „Von den 290 Mitgliedern ist die Hälfte aktiv“, berichtet der Vorstand. „Ungefähr 140 haben einen Hund, mit dem sie regelmäßig arbeiten.“

Mit einer internen Veranstaltung am 16. Juli begeht der PSV sein rundes Jubiläum. Maximal 110 Gäste – ausschließlich Mitglieder, befreundete Hundevereine aus den Landkreisen Dachau und Starnberg sowie aus Gröbenzell – werden auf der idyllischen Anlage bei Lindach feiern. (Dieter Metzler)

Schlögl Erich

2. Vorsitzender PSV Fürstenfeldbruck e.V. Ausbilder Grunderziehung, BH, Obedience Webmaster komm. Pressereferent