dhv-DM THS – 3 halbe Sterne für den PSV

Mit 3 Vize-Meistertiteln kehrten die Brucker THSler von der Deutschen Meisterschaft in Bauholder zurück.

460 km Anfahrt in 8 Stunden, die Anreise am Freitag war alles andere als eine Spazierfahrt, aber alle erreichten vor Meldeschluss das Veranstaltungsgelände in Baumholder nördlich von Kaiserslautern.

Am nächsten Tag standen ab 7 Uhr die Geländeläufe an. Dörte mit Tatie startete als eine der  ersten auf die anspruchsvolle Strecke. Der erste Teil der 5000 Meter ging kontinuierlich bergauf, das gelang noch gut. Aber in der Bergabpassage „ging die Wade zu“. Schon in der Vorbereitung hatte Dörte sich mit diversen Verletzungen herumgeschlagen und jetzt das noch oben drauf. Sie kämpfte sich aber ins Ziel und konnte mit einer für sie unakzeptablen Zeit immerhin den 2.Platz in ihrer Altersklasse belegen. Den Start über  die 2 km musste sie absagen.

Etwas später startete Richy mit Maja auf die Strecke. Er konnte fast auf seiner Dauerkonkurrenten Mathias Schleifer vom GSV Schwabmünchen aufschließen und kam in der sehr guten Zeit von 17,15 min in Ziel. Nur der mehrmalige Deutsche Meister Jan Dumbeck vom swhv war noch ein paar Sekunden schneller. Damit Platz 2 für Richy in der AK 35.

2 Stunden später gelang ihm das gleiche auf der 2 km Strecke. Der Titel war schon vorab  vergeben. Lars Reichelt mit Smaug (HSV Lichtenfels) bestätigte seine Favoritenrolle und gewann in 5,20 min. Aber Richy mit Maja war der beste vom Rest und holte seinen zweiten Vizemeister-Titel in ausgezeichneten 5,45 min.

Gegen Mittag  trat die Neu-Bruckerin Uli mit Ronja in der Unterordnung an.  Bei ihrem ersten DM-Start musste sie noch etwas Lehrgeld bezahlen. Die erreichten 45 Punkte waren gegenüber der direkten Konkurrenz etwas unterbewertet. Die technischen Übungen gelangen sehr  gut, die unsaubere Fußarbeit von Ronja führte zu erheblichen Abzügen.

Am Sonntag mussten die Vierkämpfer schon ab 7:15 Uhr ihre Laufdisziplinen bestreiten. Die AK 35 von Uli ging ab 8:15 Uhr in die Laufdisziplinen. Uli war eine der schnellsten in ihrer Klasse und konnte mit fehlerfreien Läufen noch einige Plätze gut machen und kam so mit 259 Punkten auf Rang 8.

Nach der Siegerehrung, die um 17:30 Uhr endete, ging’s auf die Autobahn und mit wesentlich weniger Verkehr als am Freitag waren alle noch vor Mitternacht wieder zu Hause.

Uli, Dörte und Richy, Elke (München 1912) und Lars (Lichtenfels) im Hintergrund

Was fiel sonst noch auf:

Es war ein DM der kurzen Wege, genügend Parkplätze am Stadion, die Camper alle nah um den Stadtweiher drapiert, die Geländelaufstrecken mit Start und Ziel im Stadion.

Die Geländelaufstrecken waren sehr anspruchsvoll (ordentlich Höhenmeter), für den Lauf aus und ins Stadion wurde sogar eine Kreisstraße gesperrt.

Die Ergebnisse im Vierkampf waren durchgängig unterdurchschnittlich. Es wird die erste DM gewesen sein, bei der 277 Punkte die Tagesbestleistung bedeuteten. Obwohl der Stadionrasen einen guten Eindruck machte, blieben die Laufzeiten in alle Disziplinen (am Auffälligsten im Slalom) hinter den Erwartungen zurück. Eigentlich nicht verständlich: entweder waren die Strecken nicht richtig vermessen oder die Zeitmessanlagen, mit denen es mehrmals Probleme gab, arbeiteten nicht korrekt.

Im CSC war man auf die glorreiche Idee gekommen, im zweiten Durchgang keine Zeiten mehr durchzusagen, um wohl die Spannung bis zur Siegerehrung auf Recht zu erhalten. Der Wettkampf, der bisher als einziger transparent war, blieb somit auch im Nebel. Konsequenterweise hätten man auch die Fehler nicht anzeigen dürfen.

Thema Hundekot: hier gab es schon während der Veranstaltung Durchsagen, dass es wegen Verunreinigung von Futterwiesen Schadenersatzansprüche gegenüber dem Veranstalter geben könnte. Traurig, dass es einige unverbesserliche gibt, die gedankenlos den Hundesport in Verruf bringen, aber der Veranstalter hatte auch keinerlei Vorkehrungen getroffen, um dieses Problem zu minimieren. Es hätten im Umfeld des Stadions, speziell im Bereich der GL-Strecken Abfalleimer aufgestellt werden müssen.

Siegerehrung: schön, dass die Schirmherren Landrat und Bürgermeister die Zeit fanden, die Meisterschaft zu besuchen. Die Dankesreden und Gratulationen der Platzierten erreichten aber eine neue Dimension. Richtigerweise wurde auch den Behinderten, die in mehreren Klassen starteten, die entsprechende Aufmerksamkeit entgegen gebracht. 1 ½ Stunden Siegerehrung sind aber einfach zu lang, eine Aufteilung wie bei der BM auf zwei Tage würde die Situation entspannen und bei  insgesamt 400 Teilnehmern wäre der Rahmen immer noch feierlich genug.

Insgesamt aber ein gut organisierte DM, die allerdings nicht  die Qualität der Vorjahresveranstaltung in Spaichingen erreichen konnte. Hut ab aber vor jedem, der sich die Durchführung dieser Meisterschaft zutraut.

Falls Dörte bis dahin fit ist, wird sie über die 5000 Meter bei der VDH-DM Mitte Oktober in Ladenburg  versuchen Revanche für die „Niederlage“ zu nehmen. Wir drücken die Daumen!
Geschrieben von Immo Looschen